Heizöl News und Preisentwicklung

20.02.2020

Waffenstillstand in Libyen hält nicht an

Rückblick:

Im Laufe des gestrigen Handelstages festigten sich die Rohölfutures kontinuierlich. Zunächst stiegen sie über 58 US-Dollar, später durchbrachen sie die 59-Dollar-Marke. Die US-Regierung belegte ein Tochterunternehmen des bedeutenden russischen Mineralölkonzerns Rosneft mit Sanktionen, nachdem es dem von Mangelwirtschaft gebeutelten Ölstaat Venezuela zu internationalen Öl-Deals verholfen haben soll. Meldungen über eine erstmals gesunkene Zahl der Neuansteckungen an Covid19 wirkten zusätzlich preistreibend. Die vom American Petroleum Institute veröffentlichten Bestandsschätzungen fielen uneinheitlich aus. Die Rohölvorräte seien angestiegen, jedoch gingen die Produktbestände zurück.


Aussicht:

Heute Morgen starten wir mit festeren Ölpreisen. Für das geplante Treffen der Förderstaaten Anfang März, dürften vorerst keine Produktionskürzungen in Erwägung stehen. Ein früheres Treffen wird sich wohl eher nicht ereignen. Die größten Sorgen liegen derzeit in Libyen, der ausgerufen Waffenstillstand sorgte für stützende Preise am Markt, doch die neuen Angriffe auf den Hafen von Tripolis, ließ die Hoffnung der Marktteilnehmer auf ein kompletten Waffenstillstand fallen.

Marktbestimmende Faktoren:

Preissteigernd :
↑ US Sanktionen gegen Rosneft-Tochter
↑ Militärische Zusammenstöße im Hafen von Tripolis
↑ Libyens Förderung auf 136.000 B/T gefallen
↑ Chinas Raffinerien nutzen günstige Preise für strategische Käufe
↑ Marktteilnehmer rechnen mit Reaktion der OPEC+
↑ Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an

Preisdrückend:

↓ Produktionskürzung: Russland lässt OPEC+ weiter zappeln
↓ IEA Monatsreport bearish
↓ Restart der geteilten Ölfelder von Saudi-Arabien und Kuwait vorverlegt
↓ Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
↓ EU verlängert Streitschlichtung mit Iran

Jahresübersicht

Durchschnittlicher Heizölpreis für Norddeutschland bei 2.500 l Abnahme