Abschlussprüfung auf dem Hoyer-Gelände

Foto 1 - Abschlussprüfung auf dem Hoyer-Gelände



Die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Dann haben die Absolventen ihren Facharbeiterbrief, den Gesellenbrief der Branche, in der Tasche. Jetzt stellten sich 25 Berufskraftfahrer im Güterverkehr und zwei Busfahrer auf dem Gelände der Firma Hoyer in Visselhövede den Aufgaben der ehrenamtlichen Prüfer.
Den sicheren Umgang mit ihren Lkw haben die Prüflinge alle bei ihren Arbeitgebern in der Alltagspraxis unter Beweis stellen müssen. Aber es gehört eben auch eine Menge an Fachwissen aus den Bereichen Landungssicherung und Logistik dazu. Wie wird ein tonnenschweres Stück Ladung auf dem Lkw richtig gesichert, damit es während der Fahrt nicht verrutschen kann? Wie benutze ich den digitalen Tachographen richtig? Wie stelle ich eine Tour möglichst wirtschaftlich zusammen? Wie gehe ich als Fahrer vor Ort richtig mit einer Kunden-Beschwerde um? Fragen wie diese mussten den Prüfern teilweise durch praktische Vorführungen beantwortet werden.
Bevor der Fahrer seine Tour antreten kann, steht die Abfahrtskontrolle auf dem Plan. Diese hatten die Prüflinge im Beisein der Experten zu demonstrieren. Sind die Füllstände und Drücke in Ordnung? Funktionieren alle technischen Einrichtungen des Lkw? Um Ausfälle und Unfälle zu vermeiden, muss das ständig kontrolliert werden. Die anschließende Prüfungsfahrt zählt zu den wichtigsten Bestandteilen der Abschlussprüfung. Wer da nicht punktet, ist durchgefallen. Gleich zwei Prüfer kontrollieren die einstündige Fahrt im Führerhaus.
Zu den weiteren Prüfungsstationen auf dem Hoyer-Gelände gehören das Durchfahren eine Engstelle, das Rangieren an eine Rampe, das An- und Abkuppeln des Anhängers und das Rückwärtsfahren im leichten Bogen. Die 17 Prüfer, die die Aufgaben abnehmen, sind drei Tage voll im Einsatz und werden von Andreas Jedamzik, Arbeitnehmervertreter und Vorsitzender des Prüfungsausschusses BKF300 der IHK Stade, Lehrervertreter Jens Weißbach und Arbeitgebervertreter Hermann Clüver angeleitet. Jedamzik: „Wir bekommen von den Logistik-Unternehmen der Region die erforderlichen Fahrzeuge gestellt und haben mit dem Hoyer-Gelände optimale Voraussetzungen, zumal wir hier auch die nötigen Räume zur Verfügung haben, um unsere theoretischen Prüfungen abzuhalten. Solange uns die Familie Hoyer das Areal zur Verfügung stellt, nutzen wir die Möglichkeit gerne.“
Die Verantwortlichen freuten sich jetzt über eine wirklich gut gelaufene Prüfung. „Im Schnitt haben wir Durchfallquoten von 20 bis 30 Prozent. Da werden wir bei diesem Jahrgang deutlich darunter liegen.“

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