Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen trifft am Ende den Verbraucher

Foto 1 - Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen trifft am Ende den Verbraucher



Der Bundestag hat jetzt die Ausweitung der Maut auf alle deutschen Bundesstraßen beschlossen. Ab 2018 sollen die Gebühren nicht mehr nur für die Nutzung der Autobahnen und ausgewählter 2.300 Kilometer Bundesstraße fällig werden, sondern für das komplette Netz der Bundesstraßen mit seinen 39.000 Kilometern anfallen. Jörg Rudat, Leiter Logistik und Verkehr der Unternehmensgruppe Hoyer, erklärt, welche Auswirkungen diese Entscheidung der Politik auf das Unternehmen hat.
„Um unsere Rohstoffe für die Weiterverarbeitung heranzuschaffen und unsere Produkte an die Kunden ausliefern zu können, ist unser firmeneigener Fuhrpark mit 373 Lkw im Einsatz. All diese Fahrzeuge sind mautpflichtig, weil sie mehr als 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht haben. Also trifft uns die neue Entscheidung für die gesamte Lkw-Flotte“, so der Experte. Dabei zeige sich jetzt ein Vorteil des relativ jungen Fuhrparks: Neue Fahrzeuge liegen in der Einstufung günstiger als ältere Modelle. Rudat rechnet vor: „Wir kommen auf eine durchschnittliche Gebühr von 11 Cent pro Kilometer mautpflichtiger Strecke. Bei einer Jahres-Fahrleistung aller Lkw von rund 33.000.000 Kilometern und einem Anteil der mautpflichtigen Strecken von etwa einem Drittel kommen für die Unternehmensgruppe Hoyer schon jetzt jährlich etwa 1,2 Millionen Euro Maut-Gebühren zusammen.“
Welche Auswirkungen hat nun die neue Entscheidung? „Wir haben auch bisher keine Mautflucht betrieben, die ja wohl der Antrieb für diesen Ausweitungs-Beschluss gewesen sein muss. Für uns rechnet es sich das nicht. Die Zeit, die mehr aufgewendet werden müsste, um statt über Autobahnen über Bundes- und Landesstraßen ans Ziel zu gelangen, kostet schnell mehr als die Maut-Gebühr, die eingespart werden könnte“, erläutert Rudat, der auch auf die einzuhaltenden Lenkzeiten hinweist. Insofern würden jetzt die bestraft, die nicht umhin kämen, auf den Bundesstraßen zu fahren. „Wir beliefern unsere Tankstellen und Endkunden. Da müssen wir ja nun einmal mit unseren Lkw hinkommen. Und da unser Anteil an Bundesstraßen-Kilometern geschätzt ein Drittel ausmacht, kommt auf uns voraussichtlich eine Verdopplung der jährlich anfallenden Maut-Gebühr zu“, nimmt er an. Das macht nach heutigem Stand Mehrkosten von 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Rudat geht davon aus, dass die meisten Logistik-Unternehmen wohl nicht umhin kommen werden, diese Mehrkosten über die Gesamtkalkulation an die Kunden weiterzugeben. „Und damit muss der Verbraucher am Ende die Rechnung bezahlen“, macht Rudat deutlich.