Beeindruckende Dimensionen – spannende Einblicke

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Im Erdölmuseum in Wietze konnten die Spuren der früheren Erdöl-Produktion in Augenschein genommen werden

Die Holborn-Raffinerie in Hamburg ist für die Unternehmensgruppe Hoyer ein wesentlicher Versorgungspartner im Inland. Damit die Auszubildenden eine Vorstellung haben, woher Heizöl und Kraftstoffe kommen, die im Unternehmen vertrieben werden, besuchten sie jetzt mit einer 24-köpfigen Gruppe das Betriebsgelände an der Süderelbe. Anschließend führte die Tour nach Wietze, wo das Deutsche Erdölmuseum an historischer Stätte besichtigt wurde. Der kleine Ort zwischen Schwarmstedt und Celle galt einmal als das kleine Texas der Heide.
Schon, als sich der Bus dem Raffinerie-Gelände näherte, begegneten den Visselhöveder Auszubildenden mehrere Hoyer-Tankzüge. Begrüßt wurde die Gruppe um Firmenchef Wilhelm Hoyer und die Verantwortliche für die Ausbildung, Claudia Wiesner, von zwei echten Holborn-Experten. Mit Niels Schulz wickelt die Firma Hoyer seit mehr als 20 Jahren den Kauf von Diesel und Heizöl aus der Raffinerie ab, Henning Lehsten ist im Betrieb der Ausbildungsverantwortliche. Mit diesen beiden Fachleuten war gewährleistet, dass die jungen Nachwuchskräfte der Energiebranche ersten die für sie interessanten Fakten der Heizöl- und Dieselherstellung zu hören und zweitens die für die Firma Hoyer entscheidenden Handelswege nahegebracht bekamen.
So erfuhren die Visselhöveder, dass bei Holborn pro Jahr fünf Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet werden,  die überwiegend durch die eigene, 140 Kilometer lange Pipeline von Wilhelmshaven nach Hamburg gepumpt werden. 40 Prozent davon werden zu Diesel, 24 Prozent zu Benzin und 12 Prozent zu Heizöl verarbeitet. Niels Schulz: „Hoyer ist für uns ein ganz wichtiger Partner. Die Unternehmensgruppe bekommt von unserer Heizöl- und Diesel-Produktion alleine 20 Prozent im Direktverkauf.“ Jeden zweiten Tag werde ein Binnenschiff für Hoyer beladen, bis zu 500 Tankwagen werden pro Monat in Hamburg für Hoyer befüllt. Kein Wunder also, dass die Gruppe, als sie die TKW-Beladung besichtigte, erneut mehrere Tankzüge mit dem Hoyer-Logo zu sehen bekam. Übrigens holen dort sämtliche bekannten Marken-Anbieter ihren Grundkraftstoff aus den identischen Zapfstellen. „Die Qualität ist also bei allen einheitlich“, betonte Wilhelm Hoyer. Bei der Bus-Tour sahen die Azubis aber auch die riesigen Lagertanks mit bis zu 68.000 Kubikmeter Fassungsvermögen. „Beeindruckend, einmal diese Dimensionen erlebt zu haben“, sagten die Teilnehmer anschließend.
Nach einem leckeren Essen in der Raffinerie-Kantine drehte der Bus noch eine Extra-Runde über die Kattwyck-Brücke und vorbei an der ehemaligen Shell-Raffinerie, die nach ihrem Verkauf zu einem Tanklager-Terminal umgebaut wird, sowie am Tanklager der Oil-Tanking und der Vopak, in dem Hoyer als einziger Mineralölhändler fest angemietete Tanks für die eigenen Importe hat. Die exklusive Hafenführung mit vielen spannenden Erklärungen übernahm Wilhelm Hoyer persönlich.
Nach einem kurzen Abstecher vorbei an der neuen Hoyer-Automaten-Tankstation Hohe Schaar ging die Tour weiter in Richtung Wietze. Der kleine Ort hat eine spannende Vergangenheit, von der das Deutsche Erdölmuseum Zeugnis ablegt: Die Bauern der Region verkauften nämlich schon im 16. Jahrhundert Erdöl als Schmier- und Heilmittel. Sie schöpften es aus sogenannten Teerkuhlen. Das heißt, das Öl trat von alleine an die Erdoberfläche. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, in Wietze industriell Erdöl zu fördern. In den folgenden 60 Jahren wurden rund 2.000 Bohrungen niedergebracht, bis sich die Förderung nicht mehr lohnte, weil das Öl anderswo günstiger aus der Erde geholt und von dort herantransportiert werden konnte. Die Spuren der frühen Öl-Produktion sind aber auf dem Gelände des Museums noch heue deutlich zu erkennen. Über die Entstehung des Öls sowie über die Förderung in früheren Zeiten und die heutige Verfahrensweise berichtete der Gruppe Erich Wallmann, der als Bohrexperte in der ganzen Welt unterwegs gewesen ist. Auf dem Freigelände konnten beeindruckende Zeugen früherer Technik bewundert werden. 


Im Schulungsraum der Werkfeuerwehr gab es in der Raffinerie Holborn eine Einführung für die Azubis aus Visselhövede


Dass früher am Rande der Heide Öl gefördert wurde, war für viele der Teilnehmer neu


Erich Wallmann (rechts) erklärte, wie früher nach Öl gebohrt wurde


Anschließend konnten auf dem Freigelände zahlreiche Museumsstücke besichtigt werden

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